Morgennebel

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

(Matthias Claudius)

 

7 Morgennebel

Mond an der Nahtstelle zwischen Meer und Land

Mond an der Nahtstelle zwischen Meer und Land  —  könnte der Titel sein. Aber vielleicht ist es etwas ganz anderes.

Zum Beispiel,  was  Christian Morgenstern dichtete:

 

Als Gott den lieben Mond erschuf,

gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen

sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein A – formierend und ein Z –

daß keiner groß zu denken hätt.

Befolgend dies, ward der Trabant

ein völlig deutscher Gegenstand.

14 Mond an der Nahtstelle zwischen Meer und Land

 

Ein Frecher

So könnte man denken. Ist aber nicht. Dieser junge Mann scheint es zwar faustdick hinter den Ohren zu haben, aber er ist auch traurig. Seine Augen schielen irgendwohin. Ich meine, nach rechts, dort wo nicht die Linken, sondern die Mädchen sind.

19 Frecher Junge

Birken

Man könnte meinen, dass man vor lauter Birken den Wald nicht  sehen. Die Birke ist der Baum der Sachsen, und der Maibaum wird dann auf den Dorfplatz gestellt, und wer  verliebt ist, stellt er die Birke vor das Haus  oder wenigstens einen Birkenzweig vor das Fenster. Alles beginnt: Das Frühjahr und die Liebe und das Lied, das ich oft sang, passt: Der Winter ist vergangen, ich seh des Maien Schein …“

Birken

Goldenstedter Moor

Früher gefürchtetes Ödland, heute ein Refugium

Moore bedeckten einst gut zehn Prozent der Fläche Niedersachsens. Das Goldenstedter Moor ist eine einzigartige Landschaft, über Bernd Kessens den Roman „…und an den Füßen eine goldene Uhr“ schrieb. Einen Roman, in dem jeder Schritt ins Moor zu einem Abenteuer wird:

Nebel, Moorleichen, Schäfer15 Goldenstedter Moor

Die lesende junge Frau

46 Lesende junge FrauDie lesende junge Frau erinnert an Barlachs lesenden Klosterschüler, der in dem Roman „Sansibar und der letzte Grund“ von Alfred Andersch zu einem Symbol für Freiheit und Geradlinigkeit in einer gefahrvollen Zeit wird.

Lesen bildet und macht die lesende junge Frau  zu einem bewusst lebenden Menschen, der nicht nur die Politik mit offenen Augen sieht, sondern auch in Muße sich an der Literatur erfreut.

 

Ikarus

Ikarus

Weil der Ingenieur Dädalus von dem großen König Minos auf der Insel Kreta gefangen hielt, erfand er Flügel für sich und seinen Sohn. Dazu befestigte er Federn mit Wachs an einem Gestänge. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne zum Absturz führen würde. Zuerst ging alles gut, aber bald  wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte.

So ist das mit Vater und Sohn. 48 Ikarus